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Das Schwenninger Moos

Moore gelten von jeher als geheimnisvolle, unheimliche Urlandschaften, als Orte letzter unberührter Wildnis in Mitteleuropa. Sie haben deshalb für die Besucher einen eigenen Reiz, verstärkt durch manch übertriebene Geschichte von unsicheren Pfaden und trügerischen Stellen, die den unvorsichtigen Wanderer versinken lassen.

Für den Natur- und Umweltschutz sind Moore aus ganz anderen Gründen wichtig und interessant. Moore beherbergen eine große Anzahl von spezialisierten Tieren und Pflanzen, die an einen Lebensraum mit Wasser-
überschuss angewiesen sind. Gleichzeitig speichern Moore den Niederschlag und geben ihn zeitverzögert ab. Sie wirken somit als Ausgleichsraum in Hochwasserzeiten.

 
„Noch kann man es, wenigstens in seinen mittleren und oberen Teilen, gegen die Landesgrenze hin, mit einem mächtigen Schwamme vergleichen, welcher die zu Zeiten reichlich fallenden Niederschläge aufspeichert. [...] Also muss schon aus wasserwirtschaftlichen Gründen Schwenningen selbst ein Interesse daran haben, eine vollständige Trockenlegung des Torfmoores zu verhindern. [...] Wird das Moor zu möglichst vollständiger Ausnutzung für Wiesen und Waldkultur ganz trockengelegt, dann vernichtet man zweifellos den Neckarursprung an der „Vertex Alemanniae“.

Stellungnahme von Prof. Sauer vom mineralogisch-geologischen Institut der Königlich Technischen Hochschule Stuttgart 1913 über eine geplante Kultivierung des Schwenninger Mooses.