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Verheizt – Der Torfabbau

Nahezu 200 Jahre wurde im Schwenninger Moos Torf abgebaut – eine lange Zeit, die ausreicht, das 100 ha große Gebiet gründlich auszubeuten. Heute ist kein einziger Quadratmeter der ursprünglichen Mooroberfläche mehr vorhanden.

Die gesamte Moorweite wurde mehrfach abgetorft. An manchen Stellen ist bis zu dreimal abgestochen worden. Pro Abbauphase wurde etwa 1,5 m Torf gewonnen, das Moor hat also zwischen drei und vier Meter Substrat in den Schornsteinen der Region verloren. Über die ehemals größte Mächtigkeit des Torflagers kann nur spekuliert werden. Rösler schrieb 1788 in seinen Beyträgen zur Naturgeschichte des Herzogthums Wirtemberg von einer Tiefe von 22 Fuß, dies entspricht rund 6,3 m. Heute ist das Moor an seiner tiefsten Stelle immerhin noch vier Meter mächtig.

5.500 Jahre Hochmoorwachstum – getrocknet und zum Abtransport bereit. Torfabbau in der Gemarkung Schwenningen um 1910.
Torfabbau entlang der zentralen Abbaukante der Schwenninger Gemarkung. Aufnahme um 1920.