| Immer noch beherbergt
die Baar einige der wichtigsten Moorkomplexe des Landes. Allerdings
sind durch Torfabbau und Entwässerung auch viele große
Moore für immer verschwunden.
Bindeglieder zwischen Nordsee
und Schwarzem Meer
Die Baar ist in vielerlei Hinsicht eine verbindende Region.
Die Landschaft liegt im Übergang vom Neckar zur Donau, verknüpft
also Flüsse, die sowohl in die Nordsee als auch ins Schwarze
Meer münden.
 |
 |
Herbstliche
Abendstimmung im Zollhausried,
einer der wertvollsten Riedlandschaften
der Baar und Baaralb.
|
Im Schwenninger Moos fließt der größte Teil des Oberflächenwassers
dem Neckar zu, die Villinger Gemarkung entwässert jedoch
in Richtung Donau. Auch das Zollhausried
und das Plattenmoos bei Tannheim liegen
auf dieser mitteleuropäischen Wasserscheide. Diese räumliche
Nähe der beiden großen Flusssysteme ermöglicht es vielen
Tiergruppen, von der einen Flusslandschaft in die nächste
zu wechseln.
Insgesamt 34 Moore mit einer Gesamtfläche von knapp 890 ha
sind beziehungsweise waren auf der Baar vorhanden. Die gut
erhaltenen und größeren Moore sind inzwischen alle als Naturdenkmale
oder Naturschutzgebiete ausgewiesen.
Die großen Drei, die verschwundenen Drei
 |
|
 |
|
 |
| Plattenmoos,
Birkenried-Mittelmess und ehemaliges Hüfinger Moor. |
Neben dem Schwenninger Moos sind auf der Baar und im angrenzenden
Aitrachtal noch zwei weitere große Moorkomplexe vorhanden.
Das Zollhausried bei Blumberg ist ein bis zu sechs Meter mächtiges
Niedermoor am Beginn des Aitrachtals.
Die größte Vermoorung der Baar, das Birkenried-Mittelmess, liegt östlich von Pfohren. Die insgesamt 214 ha große
Riedlandschaft im Westen des Unterhölzer Waldes und die
angrenzenden Feuchtgrün-länder sind ein überregional
bedeutendes Brut- und Rastgebiet für Vögel.
Neben diesen inzwischen unter Schutz stehenden großen
Moorkomplexen gab es auf der Baar jedoch auch Moore, die unwiderruflich
verloren gegangen sind. Kaum jemand wird vermuten, dass sich
in der Senke westlich von Schura bis in die 50er Jahre des
letzten Jahrhunderts ein 50 ha großes Moor befand.
Das Schuraer Moor wurde vollständig
für die Befeuerung von Salinen in der Umgebung abgebaut.
Größtenteils zerstört sind auch große
Moorkomplexe südlich des Riedsees bei Donaueschingen.
Die Kreismülldeponie
wurde zum Beispiel auf dem Hüfinger Moor angelegt. Das
nördlich
angrenzende ehemalige Wuhrholzmoor
ist nach der Abtorfung inzwischen vollständig aufgeforstet.
|