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Torfmoose -Architekten der Moore

Torfmoose – kleine Pflanzen mit wichtigen Eigenschaften für das Entstehen und Überleben der Moore. Ohne diese Pflanzen würde die Renaturierung des Moores nicht gelingen.


Kleine Pflanzen ganz groß


Mitteleuropa war ursprünglich eine Waldlandschaft. Heute prägen neben den Wäldern vor allem Gräser und krautige Pflanzen das Bild unserer Kulturlandschaft. Es gibt nur wenige Standorte, deren Vegetation nicht von den „modernen“ höheren Pflanzen gebildet werden. Moore und Quellfluren sind Beispiele für Biotope, in denen die Moose den sogenannten Gefäßpflanzen Konkurrenz machen und ihnen bei optimalen Wuchsbedingungen sogar überlegen sind.

In den Hochmooren, deren Zentrum ausschließlich von Regenwasser gespeist wird, sind die Torfmoose (Sphagnum) die prägende Artengruppe. Das Schwenninger Moos beherbergt als ehemaliges Hochmoor heute trotz Entwässerung und Abtorfung immer noch auf rund einem Drittel der Gesamtfläche Biotope, die Torfmoose enthalten.

Torfmoosbulte

Torfmoosbulte mit blühender Moosbeere.


Optimale Wasserspeicher


Torfmoose dominieren nicht nur bestimmte Biotope in Mooren. Die Moospflanzen und die von ihnen gebildeten Torfe besitzen zudem Eigenschaften, die den Lebensraum Hochmoor entscheidend prägen. Sie sind die eigentlichen „Architekten“ der Moore.

Sphagnum capilifolium
Sphagnum capillifolium – ein häufiges Moos der etwas trockeneren Bulte.

Torfmoose sind optimale Wasserspeicher. Durch die besondere Differenzierung ihrer Gewebe in kleine lebende Zellen, die Photosynthese betreiben, und die riesigen toten Wasserspeicherzellen wirken die Pflanzen wie kleine Schwämme. Auch die abgestorbenen Pflanzen-teile verlieren diese Eigenschaft nicht. Sphagnum-Torfe können einen Wassergehalt von bis zu 95 % besitzen und sind damit wasserreicher als Milch. Die Moose und deren Torfe regulieren damit den gesamten Wasserhaushalt des Moores.


Sphagnum lindbergii
Sphagnum lindbergii Schimp.Skizze aus Botanisk Atlas Bind II, Kopenhagen, 1960.