| Orchideen,
fleischfressende Pflanzen und Hungerkünstler. Mit über
400 verschiedenen Pflanzenarten gehört das Moos zu den
artenreichsten Lebens-räumen der Region.
Vielfalt im Moor – Artenreichtum als Konsequenz der
Moornutzung
In den letzten 100 Jahren hat der Artenreichtum im Moos stetig
zugenommen. Ein schöner Erfolg für den Naturschutz? Leider
wäre dies zu kurz gedacht. Vor allem Hochmoore sind im natürlichen,
ungestörten Zustand eher artenarme Biotope. Ein Ansteigen
der Artenvielfalt ist hier vor allem auf Störungen zurückzuführen,
die es anderen Pflanzen erlaubt, neben den Hochmoorspezialisten
in einem Moor Fuß zu fassen.
Im Schwenninger Moos wird der Artenreichtum vor allem durch
die Magerrasen und die trockenen Wälder verursacht sowie nicht
zuletzt auch durch die Wege im Schutzgebiet, die durch ihren
mineralischen Unterbau vielen Pflanzen Lebensraum bieten,
die keine „nassen Füße“ mögen.
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| Kugel-Teufelskralle,
Supf-Blutauge und Rundblättriges Sonnentau
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Von engen Freundschaften und Fleischfressern – Überleben bei
knappen Ressourcen
Alle Pflanzen im Zentrum des Schwenninger Mooses haben mit
der Nährstoffarmut zu kämpfen. Hochmoore werden nur durch
das im Regenwasser vorhandene Angebot gelöster Nährstoffe
gespeist – eine schwierige Bedingung für alle dort lebenden
Pflanzenarten. Die im Moorzentrum wachsenden Arten haben dieses
Problem sehr unterschiedlich gelöst.
Das im Spätsommer lila blühende Heidekraut
zum Beispiel hat sich einen Partner gesucht, der keine Schwierigkeiten
hat, an Nährstoffe heranzukommen. Die Wurzeln des Heidekrautes
sind mit Pilzen (Mykorrhiza) verbunden, die der Pflanze Stickstoff,
Phosphor und andere wichtige Stoffe zuführen.
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